Kanusport am Bodensee

Blick auf Konstanz

Der Bodensee unterscheidet sich aufgrund seiner Größe, seiner geografischen Lage und seiner einmaligen Tier und Pflanzenwelt deutlich von anderen Gewässern. Mit dem Kanu bietet sich dir ein außergewöhnliches Erlebnis. Kein anderes Fortbewegungsmittel bringt dich näher ans Wasser und an die Natur. Um sicher auf dem Bodensee voranzukommen und dich im Einklang mit der Natur und den hier lebenden Menschen zu bewegen, helfen dir die folgenden Informationen.

 

Starten und Anlanden:

Benutze möglichst die zahlreichen Slipzugänge (ins Wasser führende Rampen zum Einwassern von Sportbooten), um eine Beeinträchtigung der Tier- und Pflanzenwelt zu vermeiden. Schütter bewachsene Kiesufer beherbergen häufig die seltenen „Strandrasengesellschaften“ (Pflanzen, die nur am Bodensee vorkommen!) und sollten deshalb vor Belastungen
geschützt werden.


Schwimmwesten:

Paddle nie ohne Schwimmhilfe! Gerade bei niedrigen Wassertemperaturen in der Übergangszeit und bei Fahrten, die nicht in unmittelbarer Ufernähe stattfinden, kann eine Kenterung auch für geübte Schwimmer gefährlich werden.


Verhalten auf dem Wasser:
Auch auf dem Wasser sind Sie Verkehrsteilnehmer und haften für von Ihnen verursachte Schäden. Es ist weder ratsam noch erlaubt, in alkoholisiertem Zustand Kanu zu fahren. Achte bitte darauf, deinen Müll mit zurück zu nehmen (du kannst ihn bei den Kanustationen entsorgen) und Zigarettenkippen nicht dem See zu überlassen. Vermeide Lärm, nimm Rücksicht auf andere Erholungssuchende und umfahre Wasservogelansammlungen weiträumig. Lasse dich niemals von einem Motorboot abschleppen! Die Gefahr einer Kenterung ist dabei außerordentlich groß.

 

Vorfahrtsregeln:

Kurs- und Berufsschifffahrt hat immer Vorfahrt. Segelschiffe haben Vorfahrt, wenn sie ohne Motor unter Segeln laufen. Als Kanufahrer hast du zwar Vorfahrt vor privaten Motorbooten, du solltest diese aber auf keinen Fall erzwingen.


Sturmwarnung:

Die Starkwindwarnung wird durch orangefarbige Blinklichter angezeigt, die 40 mal pro Minute leuchten. Bei Starkwindwarnung ist mit Windböen über 25 Knoten (ca. 45 km/h) zu rechnen. Eine Fahrt mit dem Mietkanu darf nur noch in unmittelbarer Ufernähe fortgesetzt werden, Seequerungen sind zu unterlassen. Die Sturmwarnung wird durch 90 Blitze pro Minute angezeigt, es ist mit Sturmwinden über 34 Knoten (ca. 62 km/h) zu rechnen. Kanufahrer mit Mietkanu haben das Wasser sofort zu verlassen (nächstgelegenes Ufer anfahren). Bei Starkwind- und Sturmwarnung stellen die Kanustationen die Bootsausgabe ein. Wenn du während deiner Kanutour von der Starkwind oder Sturmwarnung überrascht wirst, kannst du wahlweise die Tour bis zum Erlöschen der Blinklichter unterbrechen (kann bei Sommergewittern ratsam sein) oder eine in diesem Fall kostenlose außerplanmäßige Bootsrückholung veranlassen (Anruf bei der Kanustation oder beim KanuZentrum Konstanz).


Kenterung / Notfall:

Ein gekentertes Kanu kannst du bergen, in dem du es Kiel oben auf ein anderes Boot ziehst, das Wasser ablaufen lässt und du das Kanu anschließend wieder richtig herum ins Wasser legst. Du kannst im Notfall andere Schiffsführer auf dich aufmerksam machen, indem du mit beiden Armen über dem Kopf winkst. Jeder andere Schiffsführer ist in diesem Fall verpflichtet, dir zu helfen. Beim KanuZentrum Konstanz kannst du wasserdichte Handytaschen erwerben, mit denen du auch im Wasser telefonieren kannst, um im Falle eines Falles Hilfe zu holen. Es empfiehlt sich, die entsprechenden Notfallnummern vor Beginn der Tour im Handy zu speichern:


Wasserschutzpolizei:
Lindau: +49 (0) 83 82 / 91 01 60
Friedrichshafen: +49 (0) 75 41 / 28 93 0
Überlingen: +49 (0) 75 51 / 94 95 90
Konstanz: +49 (0) 75 31 / 59 02 0
Reichenau: +49 (0) 75 34 / 97 19 0
Bregenzer Bucht: +43 (0) 55 74 / 666 06
Rorschach: +41 (0) 71 / 846 60 70
Schaffhausen: +41 (0) 52 / 624 24 24
Internationale Notrufnummer: 112


Befahrungsverbote:

Das Befahren von Naturschutzgebieten und Strandbädern ist ausdrücklich verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Für die Schifffahrt (auch Kanus) gesperrte Bereiche sind in der Regel durch rot-weiß-rote Schilder oder Bojen markiert, Strandbäder oft auch durch gelbe oder weiße Bojen. Der gesperrte Bereich wird durch die Linie zwischen den Bojen begrenzt. Auch außerhalb von Naturschutzgebieten dürfen Schilfzonen wegen der dort Schutz suchenden Wasservögel grundsätzlich nicht befahren werden. Bitte halte auch beim Entlangfahren Abstand zur Schilfkante. Wasservogelfamilien werden hier oft bei der Flucht auseinander gerissen.


Naturschutz:

Weitere Informationen zum Thema Wassersport und Naturschutz enthält die Broschüre „Erlebnis Wasser“ (Bezug über das KanuZentrum Konstanz oder Tourismus Untersee). Hier findest du eine interaktive Karte des Landes Baden-Württemberg, in der die Naturschutzgebiete ganz präzise verzeichnet sind.


Gepäcktransport:

Besonders komfortabel paddelst du, wenn du dir dein Gepäck für nur 8 Euro pro Gepäckstück einfach zum nächsten Übernachtungsort transportieren lässt. Den Gepäcktransport buchst du einfach auf www.bodensee-radweg.com oder unter +49 (0) 75 31 / 81 99 30.

 

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